Wählen - Warum ist es so wichtig?

Seit 1918 dürfen Männer UND Frauen in Deutschland wählen, trotzdem tun es nicht alle. Bei der letzten Bundestagswahl 2013 haben sich nur 71,5% der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligt. Aber wieso?

Wählen gehen zu können ist ein unglaubliches Privileg, welches nicht jeder besitzt. In einigen Ländern ist es den Bürgern nicht gestattet zu wählen und somit aktiv am politischen Geschehen teilnehmen zu können. Viele beneiden uns um dieses Recht oder opfern sogar ihr Leben für eine Demokratie und trotzdem nutzen wir es nicht. Wir haben dieses Recht und es ist unsere Pflicht und Verantwortung wählen zu gehen. Wir müssen nicht mehr tun als alle vier Jahre zwei Kreuzchen zu setzen. Meistens ist es sogar so arrangiert, dass das zugeordnete Wahllokal nicht mehr als 5 Minuten von zu Hause entfernt ist.  Es gibt weder einen Grund noch eine Entschuldigung nicht wählen zu gehen. Im Gegenteil. Wenn man das Geschichtsbuch aufschlägt, werden einem tausend Gründe vorgehalten, warum man wählen gehen sollte.

Nicht wählen zu gehen, kann ungemeine Konsequenzen nach sich ziehen.  Die besten Beispiele dafür sind die Präsidentschaftswahl in den USA und das Referendum für den Brexit in Großbritannien. Auch in Deutschland laufen wir Gefahr einen Rückschritt zu machen. Wer möchte schon, dass sich 1933 wiederholt? Aber all das was wir in den letzten 72 Jahren gelernt und erreicht haben, wird nun von rechtsradikalen Parteien bedroht. Nicht wählen zu gehen, bedeutet nicht, dass man neutral ist. Die Wahlbeteiligung am 24.09. hat direkten Einfluss auf den Stimmenanteil der AfD im Bundestag. Wer nicht wählen geht, unterstützt aktiv rechtsradikale Parteien. Denn wenn zum Beispiel 10 Leute wählen gehen und einer davon wählt die AfD, dann besitzt diese 1% der Wählerstimmen. Wenn jetzt aber sogar 13 Leute wählen gehen und wieder nur einer davon die AfD wählt, dann erhält diese nur 0,7% der Wählerstimmen. 

Nun bleibt nur noch die Frage, wen man wählen soll? Gar nicht so einfach bei 42 Parteien.  Hilfreich hierfür ist der wahl-o-mat (https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/). Dieser stellt einem ein paar Fragen und das Programm spuckt dann die Parteien plus Wahlprogramm aus, die am besten zu den Antworten passen. Außerdem hat die Tagesschau (https://www.tagesschau.de/inland/btw17/parteien-bundestagswahl-101.htmlnochmal alle Parteien und dessen Wahlprogramm aufgelistet. So kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Und wenn einem das immer noch nicht genug Klarheit gibt, dann hat die Tagesschau sogar alle Wahlprogramme thematisch gegenüber gestellt (http://www.tagesschau.de/inland/btw17/programmvergleich/programmvergleich-verteidigung-101.html)

Natürlich gibt es auch die Leute, die sagen, dass keine der Parteien zu ihnen passen. Dann kann man aber seinen Stimmzettel auch ohne Kreuz abgeben. Denn somit wird die Stimme nicht als Nichtwähler registriert, sondern nur als ungültig und damit bietet man den rechtsradikalen Parteien keinen Vorteil.

Am Sonntag hat jeder Wahlberechtigte die Chance ein Zeichen für die Zukunft zu setzen. Eine Zukunft in der vielleicht Menschlichkeit und Umweltschutz mehr Raum finden werden. 

Wir müssen am Sonntag beweisen, was wir in den letzten 72 Jahren gelernt haben.

Nach der Präsidentschaftswahl in den USA letztes Jahr haben sich alle über die Amerikaner lustig gemacht und behauptet, dass dies ein Intelligenztest war, den die Amerikaner nicht bestanden haben. 

Aber werden wir unseren Intelligenztest am Sonntag bestehen?


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